Psychotrauma

Als Psychotrauma wird in der Psychologie eine seelische Verletzung bezeichnet.

Was kann das nun sein? Wie definiert sich dieser Begriff in meinem Leben?

Wenige Psychotraumen habe ich erlebt, oft nicht gleich wissend, dass sich das Erlebte nicht verdrängen lässt, nicht wissend, dass sich die Auswirkungen bis heute hinziehen. Nun hab ich beschlossen, in die Offensive zu gehen und auf Konfrontation. Aber dazu gleich.

1.  Erlebnis, dies nie verarbeitet, jetzt möchte ich abschließen damit: Ende 1999 befind ich mich in einem Job, den ich bereits 2 Jahre hatte, und wurde, ohne vorherige Anzeichen, von einem Tag auf den anderen gebeten zu gehen. Ich war sprachlos! Warum? Wieso? Was war passiert? Ich weiß es bis heute nicht. Gefleht, gebettelt habe ich darum, mir den Grund zu nennen, ohne Erfolg. Jetzt werde ich das angehen, ich möchte abschließen können.

2. Erlebnis, dies in Arbeit begriffen: Bereits seit 1991 war ich bis 2008 mit einer damals ehem. Arbeitskollegin und ihrem Ehemann – subjektiv gesehen – gut befreundet. Wir luden uns mindestens 2x jährlich gegenseitg ein, telefonierten oft, ich vertraute ihr und sie war Teil meines Lebens. Bis zum dem Moment, in dem ich ihr 10/2008 von meiner Diagnose erzählte am Telefon. Sie teilte mir mit, dass sie damit nicht umgehen kann, nicht umgehen will und es keinen weiteren Kontakt mehr geben wird. Vor 14 Tagen jetzt hab ich ihr einen gesalzenen Brief geschrieben mit dem Inhalt, ob sie denn überhaupt weiß, was sie psychisch damals wie heute bei mir angerichtet hat, wie sehr diese Ablehnung weh tat und noch weh tut. Und wie sehr ich sie als Freundin gebraucht hätte. Antwort bekam ich keine, damit rechnete ich auch nicht, aber ich bin das, was ich ihr sagen wollte, losgeworden. Basta!

3. Erlebnis, nicht aufarbeitbar: Ein ehem. Freund, mit dem ich eine kurze, heftige, jedoch nicht lange Beziehung hatte, hat sich 2012 offenbar umgebracht. Ich erfuhr zufällig 2014 davon. Bis heute ist es mir über das inet nicht möglich, herauszufinden, warum oder wie. Ich kontaktierte bereits öfter seine Tochter, jedoch ohne Erfolg. Unsere Trennung wurde nie ganz aufgearbeitet und als ich das tun wollte, war es zu spät.

4. Erlebnis, dies sehr verzwickt und kompliziert: Als ich im AKH-Wien beschäftigt war, hat sich eine platonische Freundschaft mit einem Arzt entwickelt, die jahrelang anhielt. Selbst als jeder von uns einen Partner fand, war die Freundschaft eng und bestand weiterhin. Und als ich nach einigen Jahren das AKH verließ bestand die Freundschaft noch immer. Aber dann – ich weiß es ja selbst nicht was genau alles passiert war. Keine Anrufe mehr, keine Zeit, keine Rückrufe. Aber der Oberhammer war, dass er mich auf einer Hochzeit, zu der sowohl er mit Partnerin und ich mit Ehemann geladen waren, für mich ohne Grund und aus dem Nichts heraus anBRÜLLTE, sodass selbst Hotelpersonal herkam und fragte, ob hier alles ok sei und ob man mir helfen könne. Der Grund war fadenscheinig, die Anschuldigungen heftig und sehr verletzend. Daneben seine triumphierende Partnerin. Es war grauenhaft. Mir war immer klar, dass seine dann schon zukünftige Ehefrau sehr manipulativ war und keinen Kontakt von ihm mit einer „Nur-Sekretärin“ (oder DGKS oder anderen „niedrigen“ Berufsgruppen – wir waren ja mehrere Freunde) wünschte, dass allerdings er sich so leicht manipulieren ließ und ihm unsere Freundschaft (und damit sogar die Freundschaft mit meinem Mann und unserer quasi „Clique“ von damals) nichts mehr bedeutete, das tat weh. Das tat sogar sehr weh, aber nicht nur mir, auch anderen Menschen. Jeder von uns hoffte, er würde irgendwann einmal zur Vernunft kommen, aber bis heute besteht absolut kein Kontakt mehr. Wenn man ihn zufällig trifft, ist er sch…freundlich, verspricht das Blaue vom Himmel (ja, wir müssen uns unbedingt mal auf ein Bier treffen), doch das wird nie was. Selbst jetzt in einer für ihn geänderten Lebenssituation hofften wir alle, ganz voran ich, dass er sich wieder seiner früheren Freunde erinnern wird und diese Sozialkontakte wieder suchen wird – aber nein. Kein Bild, kein Ton, spurlos verschwunden. Es hat insgesamt 2 Jahre gedauert bei mir, bis ich über diese Kränkungen hinweg war. Ich möchte nicht sagen, dass er mir jetzt wurscht ist, das stimmt nicht, ich/wir machen uns Sorgen um ihn und fragen uns oft, was aus ihm wird, wie es ihm ergeht, etc. Aber das ist ein Erlebnis, das für mich nie aufgeklärt werden wird. Lediglich das Niederschreiben tut jetzt gut, mehr aber auch nicht. Aufarbeiten kann ich da leider gar nix mehr…..

Und so kreisen mir diese Erlebnisse, ganz besonders in den letzten Monaten (keine Ahnung warum) im Kopf herum, Lösungsmöglichkeiten werden überdacht, Aktionen gestartet, nur, um wieder verworfen zu werden. Aber ich spüre, ich muss diesen Ballast loswerden….

Und ich mache mir Gedanken über etwas, was einmal eine Ärztin zu mir gesagt hat: überdenken Sie Ihr Leben und Ihre negativen Erfahrungen, vielleicht gehören Sie zu den Menschen, die gut verdrängen, aber denen ihr Körper dann die Rechnung vorlegt. Und ich wusste instinktiv, sie hat zu 100% recht. Danke, mein liebes Leben, das hättest du mir auch anders sagen können!

Nachdem man sich ja – bestätigterweise – im Leben immer 2x sieht, habe ich da ja noch Chancen 🙂

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