Wenn Wunder geschehen….

Was ist ein Wunder für mich? Ein Wunder ist das, was heute geschehen ist!

Ich laufe nun mit meiner Diagnose seit 2008 herum, seit 2016 mit „Mietnomaden“ und bekomme seit 1 Jahr Chemotherapie.

In dieser Situation ist man sehr glücklich, wenn man bei der 3-monatigen Kontrolle hört, dass alles stillsteht, nichts Neues hinzugekommen ist oder gar noch schlimmer, dass sich die Lage verschlimmert hätte.

Man wird demütig, geduldig, wartet einfach den nächsten negativen Befund ab, man wird phlegmatisch und nimmts „leicht“, man hat ja eh damit gerechnet. Als palliative Patientin weiß man ja über seine Prognose Bescheid und dass die Chemo lediglich lebensverlängernd ist und für eine gute Lebensqualität sorgen soll. Man ist fast nicht mehr nervös, nur mehr ein klein wenig innerlich, das Umfeld kriegt es kaum mit.

Ich weiß nicht warum, aber diesmal hatte ich echt Angst, fast schon Panik, Albträume, Unkonzentriertheit und Nervosität sowie Reizbarkeit. Gott sei Dank fand ich den Mut, dies den Ärzten gegenüber zu äußern, sodass man für heute rasch die Kontrolle vorzog.

Durchfall, Übelkeit, Kreislaufprobleme, Appetitlosigkeit….. so ist es, wenn ich Angst habe und die hatte ich heute natürlich überhaupt. Da wird alles ausgeblendet, es zählt nur das Hier und Jetzt, kein morgen, kein Weihnachten, gar nix.

Dann endlich die Untersuchung, zack, rasch vorbei, alles gut gegangen. Wann darf ich anklopfen wegen der Diagnose? In 1 Stunde? Ist ok, ich lenke mich ab.

Tja, und dann mein ganz persönliches Weihnachtswunder: die Tür geht auf, mein Radiologe kommt mir entgegen. Er hält ein Blatt Papier in der Hand, auf das er einen Smiley gemalt hat und – er grinst über das ganze Gesicht! Er redet mit mir und ich höre nur „Rückgang der Pleurakarzinose“ und „die suspekten Lymphknoten sind auch ein wenig geschrumpft“!

Wie jetzt, WENIGER????? Schon über Stillstand wäre ich vor Freude im Quadrat gehüpft, aber DAMIT hatte ich nie gerechnet. Nie im Traum hätte ich damit gerechnet, dass die Metastasen kleiner werden können, das stand auch nie zur Debatte. Im günstigsten Fall war immer nur die Rede von „Stillstand“.

Und somit fiel ich dem Radiologen und hernach noch einigen Kollegen vor Freude und dann auch heulend um den Hals. Ich wäre fast mit dem liegenden Port-a-Cath nach Hause gefahren vor Freude.

Was aber auch noch wunderschön ist, ist, dass sich so viele Menschen mit mir gefreut haben! Das rührt mich und zeigt mir, dass auch mein Umfeld betroffen oder überrascht ist über meine Untersuchungen. Danke an euch alle!

Und jetzt suche ich mir einen guten Wein aus dem Kühlschrank aus und genieße ein Gläschen, ich stoße auf mich selbst an und am Dienstag geht der Kampf weiter mit der Chemo.

2 Gedanken zu „Wenn Wunder geschehen….

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