Einfach mal darüber reden!

Manche von euch werden sich denken, dass ich mit meiner Erkrankung nicht so an die Öffentlichkeit gehen sollte und nicht darüber bloggen, andere wiederum bestärken mich darin durch PN’s oder Mails. Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann…

Aber heute werde ich bloggen!

Der Anlass ist schön und traurig zugleich. Vor vielen Jahren, ich glaube, es sind sogar schon 10 oder 11 Jahre, hatte ich einen Kollegen, der damals auch schon vom Schicksal gebeutelt war. Mit den Jahren verloren wir uns aus den Augen, um uns in FB wieder zu „treffen“. Mittlerweilen sind wir beide durch Krebs betroffen und haben Prognosen, die uns die Endlichkeit erahnen lassen.

Heute hat sich kurzfristig die Gelegenheit auf einen gemeinsamen Kaffee ergeben und ich muss sagen, dass mir alle Gespräche mit Nicht-Betroffenen im letzten Jahr nicht soviel so viel Auftrieb, Fröhlichkeit und Akzeptanz gebracht haben, wie die 45 min., die wir geratscht haben. Sorry, friends!

Nur ein Betroffener, ein Gleichgesinnter, ein Leidensgenosse, wie man auch immer sagen möchte, versteht und TEILT meine Gedanken über Schmerzen, Therapie, Gewicht, Bestrahlung, Chemo, Haarverlust, Appetitlosigkeit, Prognose, Ängste, Galgenhumor, sozialen Rückzug, Verdrängung, Aggression, Hoffnungslosigkeit, Demut, Dankbarkeit und Endlichkeit.

Wozu brauch ich meine Psychologin, wenn ich doch Gleichgesinnte habe! Das ist ähnlich, wie wenn sich zwei fachkompetente Spezialisten treffen und fachsimpeln, nur die zwei wissen wirklich, wovon sie reden und sind happy, endlich richtige Gesprächspartner zu haben. Genau so ging es uns!

Mein Freund, der du das heute sicher lesen wirst, es hat mich sehr gefreut und schreit eindeutig nach Wiederholung! Danke für die schöne Zeit, ich habe es sehr genossen!

6 Gedanken zu „Einfach mal darüber reden!

  1. Ich weiß was du meinst wir zwei haben im Spital auch viel geredet und es tut gut mit jemanden zu reden der selbst sowas durchmacht, die so eine Diagnose Krebs noch nie hatten können sich da nicht reinversetzt wie es wirklich ist.

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  2. Liebe Christ!
    Ich kann das so nachvollziehen! Damals vor Jahren als ich meinen kleinen Sohn hab ziehen lassen, dachten alle Freunde und Familienmitglieder (sicher mit der besten Absicht) mir Rat, Mut, Verständnis, Mitgefühl etc… gegen zu können! Aber es war für mich eher ein, ich lass das über mich ergehen Gefühl. Nur eine Freundin konnte mich wirklich verstehen, jene der ähnliches wiederfahren ist! Nur mit ihr bzw. bei ihr konnte ich mich so richtig „auskotzen“ und über Mütter mit Babys bzw. werdende Mütter „herziehen“. Das klingt jetzt total egoistisch und kindisch, aber es half uns, mit unserem Verlust und Trauer umzugehen! Alles die glücklich ihre Kinderwägen vor sich hin schoben waren damals unsere Feinde! Warum mussten wir zusehen und nicht die? Heute sehen wir das anders, aber damals konnten nur wir beide uns da auch wieder rausziehen!
    Ich kann dich also total verstehen, weil kein gesunder Mensch auf dieser Welt kann deine Emotionen, Ängste, Wut…etc. verstehen!
    Und denk nicht nach, ob und woe du mit deiner Krankheit umgehst, das ist rein deine Sache! Aber ich glaube du hast ein gutes Bauchgefühl und machst das was für dich richtig ist! Ich lese jedenfalls deine „Geschichten“ sehr gerne und fühle mich mit dir verbunden!
    Auf diesem Weg, schicke ich dir ganz liebe Grüsse aus Linz und alles Gute!
    „Du schaffst das schon“💐😘

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