Aus Irgendwann wird Demnächst…

Wie soll ich es sagen, ohne emotionslos und hart zu wirken? Ich erzähle einfach, wie meine letzten Tage abgelaufen sind in der Hoffnung, dass diejenigen, die mich kennen, wissen, dass es mir den Boden unter den Füßen weggerissen hat, dass Tränen geflossen sind und Ungläubigkeit mein Leben ab nun bestimmt.

Nachdem ich von meinen neu aufgetretenen Lebermetastasen erfahren hatte, erfolgte die Umstellung auf eine neue Chemo. Vom ersten Tag an sagte ich, dass mich diese Chemo umbringen wird und mehr schadet, als nützt, mein Bauchgefühl sagte mir das sowie mein körperlicher Zustand.

Nachdem ich nach 2 Zyklen immer wieder stationär aufgenommen werden musste, weil ich so schwach war und meine Blutwerte unwahrscheinlich mies waren, wurde die Staging-CT vorgezogen. Als mir die Ärztin das Ergebnis mitteilte, dachte ich, ich sei im falschen Film.

Mein CT bestätigte, was mir mein Bauchgefühl gesagt hatte: keine Wirkung, nur Schäden. Es sei, als hätte ich die 2 Zyklen nie erhalten, sprich seit 14.5.19 bis 24.7.19 ohne Chemo existiert hätte. Zunahme der Lebermetastasen, Größenzunahme der Pleurakarzinose, neu aufgetretene Knochenmetastasen, neu aufgetretene bzw. progrediente Lymphknoten, ramponierte LWK und BWK, Fraktur der 5. Rippe re.

Zitat Ärztin: Christa, die Situation ist sehr ernst und limitiert. Zusammenfassung inkl. nachfolgenden Gesprächen mit Ärzten: der limitierende Faktor ist und bleibt die Leber. Wir haben nun eine Chemo mit Xeloda begonnen, haben noch, sollte diese nicht wirken, eine weitere Möglichkeit mit mehr Risiken und Schäden, aber dann bin ich austherapiert. Wo sind denn die angeblich noch vielen Möglichkeiten an Therapien??? Sie sind weg, vergangen, nutzlos.

Austherapiert! Das Wort, das onkologische Patienten nie hören wollen. Limitiert! Die Leber ist der limitierende Faktor. D.h., wir müssen meine Leber am funktionieren halten, denn ohne Leber war’s das. Wir müssen hoffen, dass die jetzige Chemo der Leber nicht allzu schadet, sondern die Metas vernichtet dort drinnen.

Wir müssen uns aber auch unterhalten über Bestattung, Organisation, Wünsche, die ich noch habe, Möglichkeiten, die mir nicht mehr bleiben, Jobs, die ich nicht mehr ausüben kann, finanzielle Angelegenheiten, Seelenmesse, Pflegegeld, Heimhilfe, Pflegedienst, mobiles Hospiz, etc. Gespräche, die sowohl für mich als auch meinen Mann nötig sind, um mit dieser limitierten Situation umzugehen. Denn ob ich Weihnachten erleben werde, kann fraglich sein.

Was ich mir wünsche? Dass die Schmerzen, die ich bereits habe, in den Griff zu kriegen sind, dass die Chemo wirkt und mir noch ein paar Wochen mehr bleiben. Dass mein Leben so zu Ende geht, wie ich es mir wünsche: schmerzfrei mit Vendal und Dormicum mit meinem Mann an meiner Seite.

All denen, die in den letzten Tagen geweint haben wegen mir – danke, dass ihr mich an euren Tränen teilhaben ließt. Danke für eure Umarmungen und eure Freundschaft, danke für eure rührenden Worte und eure Betroffenheit. Habt keine Angst, mich anzurufen, habt Mut, mich anzusprechen, redet mit mir, worüber ihr reden möchtet. Denn auch ich brauche Trost und Zuwendung sowie Freundschaft und Umarmungen.

Kommt zu meiner Seelenmesse ins SJK, sagt, was ihr sagen möchtet und ich werde es hören.

Umarmt meinen Mann, zeigt ihm, dass er nicht alleine sein wird, dass ihr bei ihm seid und ihm die Freundschaft anbietet, die uns verbunden hat!

Ich werde weniger bloggen, u.U. gar nicht mehr, denn ich bin mal mehr, mal weniger schwach und schlafe schon viel.

Eure Christa

16 Gedanken zu „Aus Irgendwann wird Demnächst…

  1. Liebe Christa, ich kann gar nicht ausdrücken, wie leid es mir tut, was du jetzt physisch und psychisch durchmachst! Ich kenne diese Trauer, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Ich wünsche dir und deinem Mann Stärke und Kraft! Du warst immer so positiv! Ich drücke dich fest und denke an euch! Liebe Grüße! Maria

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  2. Ach Christa, ich lese immer wieder deinen Blog und heute fließen einmal mehr Tränen – und das Schlimmste, ich bin so wortlos… Ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen und dir von Herzen wünschen, dass all das von dir Erhoffte eintritt. Ich drück dich ganz lieb.

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    • Liebe Christa!
      Ich bin einfach nur sprachlos , betroffen , unendlich traurig über deine Zeilen, deinen Zustand und das es so unendlich aussichtslos scheint ! Von Herzen wünsche ich dir, dass die genannte Therapie von Nutzen ist und dir noch Zeit bleibt… ich drücke dich in Gedanken ganz fest und schicke dir Kraft! 😘

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  3. Liebe Christa,
    Es tut mir sehr, sehr leid und ich bin sehr traurig. Ich wünsche dir viel Kraft und alles, alles Gute.
    Ich denke an dich,
    Alles Liebe, Dagmar

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    • Liebe Christa ..ich kenne Dich nicht persönlich, aber es berührt mich, das alles zu lesen . Ich hoffe inständig, dass Du es schaffst; alles erdenklich Gute und viel, viel Kraft.. ich denke an Dich !

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  4. Liebe Christa, es ist so unendlich traurig das zu lesen. Ich war die letzten Tage wegen kaum einem Internetempfang nicht da. Ich have geweint beim Lesen. Ich hoffe, dass die Leber nicht so sehr angegriffen wird und Xeloda gut wirkt. Du sollst keine Schmerzen haben. Meine Gedanken sind bei dir, Sabine

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  5. Liebe Christa,
    ich kann es noch immer nicht fassen, als du es am Dienstag – bei meinem Besuch bei dir im Spital – erzählt hast, erlebte ich ein Déjà-vu und es hat mich tief getroffen. Du warst meiner Zwillingsschwester Martina in ihren letzten Monaten, Wochen und Tagen vor ihrem Tod so eine gute Freundin, Seelenverwandte, große Hilfe und Stütze, dass ich dir das Gleiche anbieten möchte.
    Du hast immer so stark auf mich gewirkt, wie du so tapfer über deine Krankheit und die daraus resultierenden Beschwerden gesprochen hast. Und ich habe dich dafür bewundert. Wenn du oder Tom Hilfe oder Trost braucht oder einfach nur reden wollt, weißt du, wie du mich erreichst. Ich umarme und drücke dich, liebste Christa!
    Busserl Michi

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  6. Oh Christa, ich kann dir gar nicht sagen wie ich mit euch leide…
    Ich sitze vor dem doofen iPad und heule vor mich hin. Gustav und ich wollten dich und Bennie doch unbedingt noch kennenlernen 🤔😳
    Alle Daumen und Pfoten sind gedrückt, dass du es schaffst, diesem Arsch von Krebs den Finger zu zeigen 👍

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  7. Liebe Christa,
    mir fehlen die Worte. ich kann nur Dir und Deiner Familie für die kommende Zeit viel Kraft wünschen. ich schicke Euch eine dicke Umarmung.

    Alles Liebe Maritta

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  8. liebe Christa ich möchte gerade laut schreien das es nicht sein darf,du die Kämpferin die uns mit deinem Block Kraft gibt den Krebs besser anzunehmen und nicht aufzugeben. Gib nicht auf die Kraft die ich habe würde ich so gerne mit dir und Fredy teilen denn wie sage ich zu Fredy und dir.Verpissen kommt nicht in Frage.Dir und deinem Mann ganz viel Kraft wir sind zwar Kilometerweit von einander entfernt aber Gedanklich immer bei dir🙏🙏🙏

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  9. Liebe Christa! Ich bin fassungslos! Ich wollte dich jetzt gleich anrufen, aber momentan muss ich so viel weinen dass ich kein Wort herausbringe! Wenn ich mich gefasst habe melde ich mich! Wir sind ab Montag auf Urlaub, kann ich danach irgendetwas für dich tun? Brauchst du etwas wobei ich dir helfen kann? Ich möchte dir gerne so viel sagen, Trost spenden, dir helfen! Ich umarme dich ganz, ganz fest!!!!! Ich bin in Gedanken bei dir! Daniela

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  10. Liebe Christa,
    Ich umarme dich und schicke dir ganz viel Energie, mögen alle deine wünsche sich noch erfüllen. Es ist so ungerecht, du bist so ein lebenslustiger lieber Mensch ….das warum wird jedoch leider niemand beantworten können. Ich bin bei euch …Iris

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